Über den Dächern Roms- Auf der Kuppel des Petersdoms

Der Gang wird langsam, die Füße schwer, die Stufen sind unwegsam, die Gänge eng, die Wände schief. Dann durschreiten wir die Tür und landen auf einer winzigen, überfüllten Aussichtsplattform, die ringsum einen kleinen Turm gebaut ist. Wir drängeln uns durch die Touristenmassen und ergattern einen Platz am Geländer. Da liegt sie zu unseren Füßen, die ewige Stadt Rom.

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510 Stufen sind wir erklommen – eine fahrt mit dem Lift hat man uns unten gegen einen kleinen Aufpreis angeboten, aber wir haben nur freundlich abgewunken, schließlich wären es selbst mit Lift noch gut 320 Stufen, die man zu Fuß zurücklegen muss. Auf dem Weg nach oben begannen wir zu zweifeln – vielleicht hätten wir doch investieren sollen? Uns ist aber shcnell klar geworden, dass der Teil, den wir hätten „abkürzen“ können, wohl noch der angenehmste Teil war. Flache, sehr breite Stufen, die sich geräumig wie eine Wendeltreppe nach oben schrauben. Anstrengend, aber durchaus machbar.

Durch eine Tür kommt man nach der ersten Etappe ins Innere der Kuppel, sodass man von oben ins Kirchenschiff hinunter sehen kann – ich hatte den Petersom bereits zuvor von innen besucht, von dort unten war mir der kleine, vergitterte Galeriegang gar nicht aufgefallen, so hoch oben throhnt er in der majestätischen Kuppel (die man von hier oben, ganz nah, viel besser betrachten kann).

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Weiter geht es durch eine kleine Seitentür, man läuft nun zwischen der Innen- und der Außenwand der Kuppel entlang. Das merkt man auch, denn je weiter man nach oben kommt, desto schiefer werden die Wände – man muss richtig nach links gebeugt laufen, da sich die Wand von rechts immer weiter anzunähern scheint. Es folgt eine größere Öffnung, mit einer Holkunstruktion und einer mehr oder weniger vertrauenserregenden Treppe, die einen schließlich ans Ziel der Reise bringt. Und dort ist man nun, wie gesagt, nach 510 Stufen, auf dem Dach vom Petersdom und blickt über Rom und den Vatikan. Welch erhabenes Gefühl.

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Bei der Wärme (wir waren im Hochsommer da) tut der frische Wind um die Nase richtig gut. Hier hat man ein wunderbares Panorama über die Hügel Roms, den Tiber und die wichtigsten und berühmtesten Bauwerke der Stadt. Wenn man gesundheitlich fit ist, kann ich es nur jedem empfehlen einmal hier hoch zu steigen.

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Zudem kann man von hier oben in die Privatgärten des Papstes gucken – von keinem Ort sonst kann man diesen Anblick genießen (den Papst selbst haben wir allerdings nicht gesehen, er war noch nicht mal in der Stadt, als wir da waren).

An den Abstieg habe ich kaum noch Erinnerungen – viel zu sehr hatte ich das eben erlebte Panorama vor Augen.

Wieder unten angekommen warfen wir einen Blick zurück auf den Petersdom uns seine Kuppel – „Da waren wir raufgeklettert“, konnten wir stolz von uns behaupten. Wir hatten ja sogar den Lift ausgeschlagen.

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Eins will ich an dieser Stelle nocheinmal erwähnen: Liebe Besucher, die Kuppel ist Teil der Kirche. Wer nicht entsprechen gekleidet ist, wir auch nicht hineingelassen. Ich hatte ein sommerliches Kleid an, mit dem mich die Schweizer-Garde zunächst hineinließ – im Inneren sprach mich ein Gardist aber doch an und ließ mich erst weiter, nachdem ich das Kleid ein Stück nach unten zog (als ob das etwas geändert hätte *hust*, das Kleid rutschte nach ein paar metern natürlich wieder hoch). Ich will es euch nur sagen, nicht dass ihr nachher enttäuscht seid, weil euch kein Einlass gewährt wird. Es kommt immer etwas darauf an, welcher Gardist da gerade vor euch steht. Zudem empfiehlt es sich morgens hinzugehen, wenn es noch nicht so voll ist (wie eigentlich immer).

Infos wie ihr am besten zum Petersdom kommt findet ihr hier, die offzielle Website vom Vatikan hier (die Sprachumstellung funktioniert allerdings nicht so richtig, was die Navigation ohne Italienisch-Kenntnisse etwas schwierig macht)

  • Eure Weltenbummlerin ♥
Öffnungszeiten:
Oktober bis März
08:00-17:00 Uhr
April bis September
08:00-18:00 Uhr

Mittwochs während der Generalaudienz des Papstes kann es zu Änderungen kommen!

Der Eintritt kostet 8€ wenn man den Aufzug benutzt (Achtung- es sind immer noch 
320 Stufen!) und 6€ ohne Abkürzung mit dem Aufzug, Ermäßigte zahlen 4€.

0 Comments

  1. […] gut, man könnte fast glauben, dass wir gerade zu magisch von Stufen angezogen werden – vgl. Der Auftsieg in die Kuppel des Petersdoms und der Aufstieg des Torre di Arnolfo). 318 Stufen erscheinen gerade zu lächerlich, verglichen mit […]

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