Pflasterzauber – Der Zauber der Straßenkunst

Vor kurzem verschlug es uns mal wieder in eine Stadt in Deutschland, um dort an einem besonderen Ereignis „teilzunehmen“.

In Hildesheim fand das Straßenkunst-Festival „Pflasterzauber“ statt. Umgeben von Gebäuden aus früheren Zeiten zeigten hier viele verschiedene Straßenkünstler aus den unterschiedlichsten Teilen der Welt, was sie können. Dabei gab es für jeden etwas. Von Gesang über athletische Einlagen über Marionettentheater bis zu Comedy und Pantomime.

img_7281img_7283Der erste Künstler den wir uns angesehen haben, war „Monsieur Watt“. Ein französischer Marionettenkünstler mit wirrer Frisur. Er schaffte es ohne merkliche Anstrengung einer kleinen Glühbirne Leben einzuhauchen und einen Charakter zu verleihen. Und das alles ohne ein Wort zu sprechen. Lediglich durch Ausrufe wie „Ahh“ oder „Oohh“ zeigte er die Reaktionen der Figur. Er brachte sie dazu, sich selbst im Spiegel zu betrachten, in einem Buch zu lesen und… img_7299Nun, ich will nicht zu viel verraten, falls ihr diesen Künstler selbst einmal erlebt. Aber es war eine faszinierende, bewegende Geschichte, erzählt ohne Worte. Nur mit einigen Stricken, einem Gebiss und (als kleiner Hinweis:) zwei Glühbirnen. Für mich die beste Performance die wir uns in den zwei Tagen angesehen haben.

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img_7342Die nächste Aufführung, die wir uns ansahen, war die zweier junger Männer (The Brothers Swag) aus Neuseeland. Sie vollführten unterschiedlichste Tricks mit Hulahoop-Reifen,img_7356 Hüten, einer Peitsche und einem großen Luftballon. Zum einen beeindruckend, zum anderen lustig, aber auf jeden Fall keine einfache Sache. Sicherlich erforderte jeder Teil dieser Vorführung viele, viele Proben und jahrelange Übung und einge große Menge gegenseitigen Vertrauen.

Den Abschluss des ersten Tages bildete das „Bängditos Theater“, welche mit einem alten Citroen und gebrochenem Deutsch-Französisch eine, meiner Ansicht nach fast gemeingefährliche Nummer aufführten, die wir uns auch nicht bis zum Ende ansehen wollten. Wiederholt fuhren sie auf der Suche nach der „Autoroute“ in und durch die Menge und bremsten erst kurz vor der Menge ab (ganz vorne standen natürlich die Kinder). img_7382Einer der Schausteller „schnorrte“ wiederholt ohne zu fragen Essen und Trinken aus der Menge. Auch vor dem Eis eines Jungen machte er nicht halt. Selbiger sah selbstverständlich nicht sonderlich froh darüber aus. Zudem zündeten sie wiederholt stark rauchende und stinkende Feuerwerkskörper. Von einem Feuerwerksvulkan flogen auch einige noch glühende Funken in die Menge… Kurz darauf sind wir dann gegangen, um uns nicht länger dem Risiko auszusetzen.

Am zweiten Tag folgte zuallererst „Fraser Hooper“, ein Comedian, dessen Aufführung nahezu komplett von der zuschauenden Menge abhing. Nachdem er einige Kinder auf die Bühne gebeten hatte folgten noch einige Erwachsene, die gegen eines der Kinder Seilziehen spielen sollten. Selbstverständlich war allen anwesenden Erwachsenen klar, dass sie das Kind gewinnen lassen würden, doch das erste Mädchen fing an zu weinen und wurde daraufhin von Fraser wieder zu seinen Eltern entlassen und ein freiwilliger Junge durfte vortreten, der das Seilziehen nun an sich reißen konnte (im wahrsten Sinne des Wortes). Leider versagte kurz vor dem großen Finale seine Technik, weshalb er dieses Abbrechen musste. Dennoch war es durchaus lustig, wenn man von dem einen oder anderen „traumatisierten Kind“ absieht.

img_7271Zuletzt folgte für uns durch „Fra Martó“ eine Darstellung einer Werbung für Waschmittel, das „alles waschen kann“. Also nicht nur Klamotten und den Körper, sondern auch die Sorgen wegwaschen könnte. Um dies zu demonstrieren bat sie wiederholt Leute aus dem Publikum nach vorne und vollführte mit ihnen einige lustige Aktionen. Sei dies das Treffen eines Wäschekorbs mit einem Sockenknäuel, oder das Falten eines Bettlakens mit Hilfe eines zuschauenden Mannes. Diesem wurde im Laufe der Vorstellung ein Kind (geformt aus eben diesem Laken) angedreht, dass angeblich beim Falten entstand. Eine „lange“ Geschichte, die man Live gesehen haben muss. Daher: Wenn sich die Gelegenheit ergibt, eine klare Empfehlung zum Ansehen. Alles in allem einfach lustig und auch völlig ohne Gefahren und traumatisierten Kindern oder Erwachsenen.

Dieses Fest findet jedes Jahr wieder statt und ist, nach unseren Erlebnissen, unbedingt zu empfehlen. Nächstes Jahr also unbedingt hingehen!

Viele Grüße, euer Weltenbummler! 🙂

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