Bus fahren in Bangkok – Oder: Das Zentrum des Chaos

Wir haben eine Freundin von mir besucht, die in Bangkok wohnt – einer der Gründe, warum wir uns überhaupt für diese Reise entschlossen haben. Ich habe sie in der Universität kennengelernt – nach zwei Semestern ist sie in das wesentlich wäreme und entspanntere Thailand übergesiedelt und hat gefragt ob ich sie in meinen Semesterferien nicht einmal besuchen möchte. Was als Spinnerei begann wurde irgendwann tatsächlich Realität und 2015 kamen wir dann zu Besuch.

Einen Nachmittag haben wir sie in ihrer kleinen Einzimmerwohnung nahe des Chao Phraya besucht, als wir uns gedacht haben: Wir können doch ins Kino gehen. Gute Idee, ich dachte, sie wird uns schon sagen wie wir dorthin kommen. Und ehe wir es uns versahen, standen wir schon an einer thailändischen Bushaltestelle. Während meine Freundin in gebrochenem Thai versuchte herauszufinden welchen Bus wir überhaupt nehmen müssen, und an welche der gefühlt 20 Haltestellen er hält, wurde mir langsam bewusst, worauf ich mich da eingelassen hatte.

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Einer der Busse kam, hielt mitten auf der Straße und meine Freundin gab uns zu verstehen, dass wir da jetzet einsteigen müssen. Rund 40 Thais hatten aber die gleiche Idee, und aus dem Bus kamen uns nochmal zwei oder drei Dutzend entgegen. Irgendwie schafften wir es in den Bus, bewegen konnten wir uns aber nicht. Während ich mich an einer der Halterungen festklammerte umd beim thailändischen Fahrstil nicht umzufallen dachte ich mir, dass wir ja noch gar keine Fahrkarten gekauft hatten. Ehe ich nachfragen konnte stand eine kleine, runde Fahrkartenkontrolleurin neben mir, die mir Fragen auf Thai stellte. Überfordert schaute ich zu meiner Freundin, die mit ein paar Scheinen der einheimischen Währung wedelte und auf Thai antwortete. Ich verstand nichts, bekam aber ein Ticket in die Hand gedrückt, dass ca. 20 Cent kostete. Immer wieder hielt der Bus mitten auf der Straße und fuhr mit offenen Türen an. Haltestellen konnte ich nicht erkennen.

Wir entdeckten ein Schild, dass und darauf hinwies, dass es sich bei dem Bus um ein australisches Gefhährt aus den 1970er Jahren handelte. Es war wohl ausrangiert und nach Thailand verschifft worden. Das erklärte auch das durchgehende Quietschen.

Als wir wieder ausgestiegen sind, war ich gar nicht so unglücklich darüber. Meine Freundin konnte meine innere Angespanntheit glaube ich nicht verstehen. Aber hey, es war ein Abenteuer, das ich alleine wahrscheinlich nie gewagt hätte. Ich kann euch also nur sagen, dass ihr einen Funken (oder vielleicht auch mehr als einen Funken) Abenteuergeist braucht, um in Bangkok den Bus zu nehmen.

  • Eure Weltenbummlerin ♥

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