Vom Papier zum Regenschirm!

Auf unserer Reise durch Thailand, genauer gesagt Chiang Mai, besuchten wir außerdem eine Fabrik für Papier-Regenschirme.

Klingt komisch, ist aber so: Die dort hergestellten Regenschirme bestehen aus Papier.

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Wie wird das Papier hergestellt?

Um das Papier herzustellen, wird aus den sogenannten Maulbäumen das Fruchtfleisch gewonnen, um es anschließend für 24 Stunden in Wasser aufzuweichen, es dann mit verschiedenen Aschearten 3-4 Stunden zu kochen und mit Wasser wieder auszuspülen.

Das daraufhin entstandene Produkt wird mit Hämmern bearbeitet, bis es eine weiche Konsistenz annimmt, und dann in Wasser aufgelöst.

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Die Fasern werden anschließend abgeschöpft und für ungefähr 20 Minuten in der Sonne getrocknet (Funfact: ~5 Minuten Thailänder Sonne reichen übrigens, um nach dem Verlassen eines Pools vollständig zu trocknen!)

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Die nun entstandenen Papierbögen können einfach abgelöst und weiterverarbeitet werden.

 

 

 

Sind die Papier-Schirme wasserfest?

Ja, sind sie. Verschiedene Schritte der Fertigung sorgen dafür:

Verschiedene Holzteile werden in der Fabrik per Hand hergestellt und anschließend, ebenfalls per Hand, zusammengesetzt um das Gerüst für die Schirme zu bilden.

Auf diese werden anschließend zwei Lagen Papier mit Hilfe von einem Gemisch aus Kleber und zerstoßenen Kaki-Früchten auf selbigem befestigt. Dieses Gemisch ist ausreichend wasserfest, um das Papier auch bei Regen auf dem Gerüst zu halten.img_3202

Um auch das Papier wasserfest zu machen, wird es mit speziellen Öl (gemischt mit Farbe) bestrichen.

So schützt der Schirm sowohl vor Sonne, als auch vor Regen.

 

Und wie kommen nun Bilder und Texte auf die Schirme?

„Ganz einfach“: In der Fabrik arbeiten einige Künstler, die dafür zuständig sind, die Schirme und Papiere mit Bildern und Texten zu versehen.

Diese kann man dort auch ansprechen und bitten, einen der eigenen Gegenstände zu bemalen.

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Ich ließ mir die Gelegenheit nicht entgehen und ließ mir einen im „Fabrik-Shop“ gekauften Fächer kurzerhand mit einem goldenen Drachen bemalen.

Andere Teilnehmer unserer Reisegruppe ließen sich ihre Taschen oder mitgebrachte Klamotten bemalen. Sogar Handy-Hüllen fielen der Kunst-Gier zum Opfer. Ein Teilnehmer kam sogar auf die kreative Idee, sein Brillenetui mit einer kleinen Elefanten-Szene bemalen zu lassen. (Leider waren wir hier nicht geistesgegenwärtig genug, ein Foto zu machen… Schade. Es sah echt gut aus!)

Wer Interesse daran hat, sich etwas bemalen zu lassen: Unbedingt einen eigenen Gegenstand mitbringen! Die dortigen Papiere/Schirme/Fächer sind zwar (unbemalt) erschwinglich, jedoch selten im alltäglichen Gebrauch!

Außerdem: Diese Künstler verdienen (laut Reiseführerin) ausschließlich über die Gelder pro gemaltem Bild. Da sie also nicht nach Stunden bezahlt werden, kosten größere oder kompliziertere Bilder entsprechend mehr!

 

 

Eine kurze Zusammenfassung:

Ein interessanter, informativer Ausflug, den man (auch dank ein paar Souvenirs) vermutlich nicht vergessen wird. Für jemanden, der Interesse an so etwas hat, definitiv einen Besuch wert. 🙂

LEIDER weiß ich nicht, wie man einen Besuch dieser Fabrik buchen kann. Unsere Führung, samt Transport und allem drum und dran fand durch unsere Reiseleiterin statt…

Bis zum nächsten Mal,

euer Weltenbummler 😉

0 Comments

  1. Kathrin
    4. Januar 2017

    Hallo,
    wir werden wohl im März auch in Chiang Mai sein.
    Weißt du ob man dort auch selbst Schirme bemalen kann?
    Ich hab so etwas bei einer Agentur gelesen, aber im Internet konnte ich so einen Workshop nirgends finden.

    VG

    Antworten
    1. weltenbummlereck
      5. Januar 2017

      Hallo Kathrin,

      leider kann ich dir dazu auch keine gesicherten Informationen geben… :/

      Was ich dir dazu sagen kann ist Folgendes:
      – Die Künstler leben (laut Reiseleiterin) nur von den „Trinkgeldern“ die man ihnen für das Bemalen gibt. Ich kann mich nicht erinnern, dass unsere Reiseleiterin solche Workshops erwähnt hätte.
      – Nach kurzer Recherche habe ich dazu leider nichts gefunden (auch nichts auf „offizielleren“ Seiten)…

      Bei welcher Agentur hattest du denn davon gelesen? 🙂

      Viele Grüße,
      Der Weltenbummler

      Antworten

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