Chatuchak-Weekend-Market

Bei der Recherche für unseren Thailand Urlaub habe ich vom Chatuchak-Weekend-Market gelesen, welcher, seinem Namen gerecht, immer am Wochenende in Bangkok stattfindet. Mein Herz hat gleich einen kleinen Hüpfer gemacht – so viele Stände, dass man sie an einem Tag gar nicht besuchen kann? Herausforderung angenommen! Heimlich habe ich den Markt bereits vor Reiseantritt in meinem Herzen zu einem der Highlights der Reise erhoben!

In Bangkok angekommen habe ich sogleich mit meiner Freundin gesprochen, die wir dort besucht haben und sie wollte mit uns zusammen auf den Markt gehen (unter anderem, da sie vor hatte sich in nächster Zeit eine Katze zuzulegen, aber dazu später mehr).

Über 100.000 m², mehr als 15.000 Stände und 27 Marktsektionen – jeden Tag 200.000 Besucher, davon 30% Ausländer und 70% Einheimische – so viel zu den harten Fakten, die einem aber bereits die Dimensionen vor Augen führen, mit denen man es hier zu tun hat.

Mit dem Skytrain reisen wir an und bereits im Vorbeifahren erblickt man die unzähligen Wellblech- und Zeltplanendächer der Stände – ein bisschen wie ein Ameisenhaufen.

Als wir ankommen fühle ich mich komplett orientierungslos, irgendwo soll es Karten geben, auf denen die einzelnen Marktsektionen aufgegliedert sind, aber die habe ich leider nicht gefunden. Zum Glück kennt sich meine Freundin hier aus – aber selbst wenn man einfach so umherspaziert: Irgendwo sind immer Schilderbefestigt und irgendwann kommt man immer wieder irgendwo raus. Am besten lässt man sich einfach etwas treiben.

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Es ist, als würde man in eine ganz andere Welt eintauchen – sobald man eine der kleinen Sektionen betritt, befindet man sich in einem tunnelartigen Gängesystem mit unzähligen Parallelgängen und Abzweigungen. So langsam verstehe ich, warum so viele Menschen im Internet schreiben, dass man nicht alles gesehen haben kann, wenn man ein- oder zweimal da war (Ich gebe es nur ungern zu – sie hatten alle recht. Ich habe viel weniger gesehen, als ich wollte).

Was man hier findet? Eigentlich alles. Junge Designer die ihre Mode präsentieren, hippe Getränke, Antikes und Secondhand, Pflanzen jeglicher Art, Möbel …

… und als wir um 10 Ecken gebogen sind, kommen wir in der Sektion an, wo man Tiere kaufen kann. So habe ich mir thailändische Märkte stereotyp immer vorgestellt.

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Ich habe mittlerweile das Gefühl, dass alle Thailänder ihre Tiere über diesen Markt beziehen, so viel Auswahl wie es hier gibt. Dabei ist sicherlich nicht alles unserem Verständnis von artgerechter Haltung entsprechend: In winzigen Plastiktüten schwimmen die Fischchen herum, bereit zum Verkauf…

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… und kleine Schildkröten bruzeln in ihren Plast

ikschalen in der Sonne. Das Verhältnis zum Tier ist hier halt in mancher Hinsicht anders. Auf unserer Rundreise haben wir später zum Beispiel erfahren, dass in manchen Tempeln Aale und Frösche in Behältern verkauft werden, die man dann freilassen kann um gutes Karma zu sammeln (Frage: Hat der Mönch, der die Tiere eingefangen hat, dann schlechtes Karma gesammelt?).

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Wir haben sogar einen kleinen Hai samt Artgenossen in einem Aquarium gefunden, welcher zum Verkauf angeboten wurde. Ich musste den Weltenbummler sehr lange überreden, dass wir den nun wirklich nicht mitnehmen können. Eine ähnliche Probe kam aber auch noch auf mich zu…

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… als meine Freundin sich diese winzige Babykatze angeguckt hat ♥ – Winzig, klein, weich und sooooo niedlich (Ja, rational gedacht sollte man solche Tiere hier wahrscheinlich nicht kaufen). Neben unzähligen Käfigen mit Katzen werden hier auch kleine Hundewelpen verkauft, die den Verkäufern mit Glitzerschleifen im Fell schmackhaft gemacht werden. Meine Freundin ist auch skeptisch – sie erzählt mir, dass manche Thais herrenlose Tiere auf der Straße auflesen um sie auf solchen Märkten zu verkaufen. Ob das jetzt gut oder schlecht ist, da bin ich mir einfach nicht sicher. Schweren Herzens lassen wir das kleine Kätzchen zurück.

Am nächsten Tag besuchen der Weltenbummler und ich den Markt noch einmal auf eigene Faust. Leider kommen wir viel später als geplant an, da wir lange im Nationalmuseum geblieben waren. Und obwohl wir gestern mehrere Stunden hier waren, entdecken wir in den Gängen immer wieder etwas neues (und kaufen auch ordentlich ein).

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Für europäische Touristen kostet in Thailand alles allgemein recht wenig – auf dem Chatuchak wird das besonders deutlich, da hier vor allem Einheimische einkaufen und die Preise an ihr Budget angepasst sind. Wer außergewöhnliche Souvenirs für seine Lieben Zuhause sucht wird hier bestimmt fündig werden. Aber es lohnt sich auch einfach für die Atmosphäre und die Gerüche herzukommen, die dieser Markt bietet.

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Langsam wird es dunkler und spät. Wir haben einen Weg gefunden, der um das Herz des Marketes herum führt. Hier ist es nicht so stickig und voll wie in den engen Gängen…

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… und plötzlich schallt Musik aus versteckten Lautsprechern und alle Menschen bleiben stehen. Es ist die Nationalhymne Thailands, die, wie wir später erfahren, immer morgens und abends abgespielt wird, sodass alle Thai’s (und alle Touristen) ehrfurchtsvoll stehen bleiben. Ein Erlebnis der besonderen Art (und eine für uns gänzlich unbekannte Art des Patriotismus).

Am Ende haben wir Geschenke für unsere Familie gekauft, Haargummis mit wunderschönen Stoffschleifen, Schmuck, Kleidung … und unser letztes Geld ging kurz vor dem Ausgang des Geländes für eine Power-Bank in Form eines kleinen Pandabärengesichts drauf. Wir haben uns ein bisschen verkalkuliert und haben gerade noch genug Bargeld für den Sky-Train. Eigentlich soll es mit dem Taxi weitergehen, was allerdings mit unserem Restgeld recht knapp werden könnte. Also bleibe ich auf der Bordsteinkante sitzen, während der Weltenbummler einen Bankomat sucht, um Bargeld zu beschaffen. Ich sitze neben einer Treppe, die zum Kanal runterführt. Auf dem angrenzenden Wellblechdach haben sich die Straßenkatzen der Stadt zum Schlafen versammelt. Langsam werde ich müde – ein anstrengender und schöner Tag!

Fazit

Ich kann euch den Chatuchak Weekend Market nur empfehlen – hier ist eigentlich für jeden etwas dabei! Allerdings solltet ihr euch genug Zeit nehmen (vielleicht einen ganzen Tag?) und zwischendurch ein paar Pausen an den vielen kleinen Ständen machen, die kühle Getränke, Obst und anderes Essen anbieten. Oh, und natürlich solltet ihr genug Bargeld mitnehmen.

– Eure Weltenbummlerin ♥

Öffnungszeiten
Mittwoch - Donnerstag (Blumen- und Pflanzenmarkt)  06:00Uhr bis 18:00 Uhr
Freitag (Alles)                                    06:00Uhr bis 18:00 Uhr
Samstag - Sonntag (Verschiedenes)                  06:00Uhr bis 18:00 Uhr

Mehr Infos auf der offiziellen Seite hier.
Es gibt auch immer wieder Aktionen, wo der Markt zum Beispiel nachts geöffnet 
ist. Darüber könnt ihr euch, unter anderem, auch in sozialen Netzwerken in-
formieren.

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