Schloss Linderhof

Es ist kalt, die Bäume sind schon ganz bunt und der Kiesweg knirscht unter unseren Schuhen während wir zum Kassenhäuschen spazieren um uns Eintrittskarten für das kleinste der drei Märchenschlösser von König Ludwig II. zu kaufen.

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Es sind nur recht wenig Touristen hier, ganz anders als bei Schloss Neuschwanstein, dem wohl berühmtesten der drei Märchenschlösser. Der Löwenanteil der Touristen sind besteht hier jedoch genauso aus Japanern (schon zu erkennen an den Schildern, die alle mit japanischen Schriftzeichen versehen sind).

Das Schloss selbst ist umgeben von einer großzügigen Anlage mit mehreren kleinen Gebäuden (Maurischer Kiosk, Marokkanisches Haus, Hundinghütte, Einsiedelei des Gurnemanz und die künstliche Venusgrotte). Die Gebäude liegen teilweise sehr weit voneinander entfernt – vor allem die Wanderung zur Hundinghütte und der Einsiedelei des Gurnemanz nimmt einiges an Zeit in Anspruch (weshalb wir diese bei unserem Besuch nicht besichtigt haben).

Auf dem Weg zu Schloss Linderhof

Auf dem leicht ansteigenden Weg zum Schloss sind wir gleich auf das Lieblingstier des Märchenkönigs getroffen: Einen Schwan.

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Das kleine Schloss liegt verborgen hinter hohen, sauber gestutzten Hecken, umgeben von einem gepflegten Ziergarten.

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Auch hier bekommt man, ebenso wie bei Schloss Neuschwanstein, eine Zeit auf sein Ticket gedruckt, um die man beim Schloss sein soll um eingelassen zu werden – ohne Führung darf man hier nämlich nicht rein und fotografieren ist auch verboten.

Während wir vor dem Schloss auf Einlass warten, haben wir Glück, dass der Brunnen eingeschaltet wurde…

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… wenn auch nur recht kurz. Ich weiß nicht, ob das im Sommer vielleicht anders ist. Apropos – jetzt im Herbst, wo es immer kälter wird (ich war im Oktober da) werden die nach wärmehungernden Pflanzen, wie z.B. die Palmen, abtransportiert und eingelagert. Ein ganz interessanter Anblick.

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Im Schloss selbst ist alles sehr pompös, dunkel und goldfarben. 1886 fertiggestellt, ist es das einzige Schloss von König Ludwig II. das fertiggestellt wurde. Das Schloss in den Ammergauer Alpen ist allerdings auch das kleinste der drei Bauten. Über 400.000 Besucher kommen jedes Jahr hierher um sich, so wie ich, anzuschauen, was vor fast 150 Jahren architektonisch hier geleistet wurde.

Die Gärten

Nach dem Besuch des Schlosses geht es weiter die Gärten erkunden – Man erkennt auch als Laie, dass hier viele verschiedene Stile zusammengeflossen sind, eben alles, was dem in der Vergangenheit verhafteten König gefallen hat.

Ich glaube, man braucht nicht viele Worte über die Gärten verlieren – richtig wirken tuen sie so oder so nur, wenn man vor Ort ist. Deswegen habe ich für euch ein paar Impressionen zusammengestellt, die euch hoffentlich zumindest einen Eindruck des Ganzen vermitteln.

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Die Venusgrotte

Ein Highlight war der Besuch der Venusgrotte im Garten des Schlosses. Auch hier musste man sich anstellen und an einer Führung zu bestimmten Uhrzeiten teilnehmen zu können (ca. alle 30 Minuten) – aber das Warten in der Kälte hat sich gelohnt.

Bevor ihr euch jetzt aber zu sehr von mir anheizen lasst – bis Ende 2022 wird sie für schlappe 24,8 Millionen Euro restauriert und bleibt damit geschlossen.

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Schon der Eingang zur Grotte beeindruckt – es ist nämlich nichts echt hier (okay… bis auf das Moos). Innen sieht alles stark beschädigt aus, die Restaurierung ist daher wirklich dringend nötig um alles erhalten zu können. Aber wenn die Baumaßnahmen fertig gestellt sind, muss es noch um einiges beeindruckender sein, als ich es erleben durfte.

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Verschiedene Beleuchtungsmechanismen, ein Wasserfall, überall Stalagtiten und Stalagniten – man fühlt sich, als wäre man in einer ganz anderen Welt und so war es ja auch ursprünglich gedacht. Das Gesamtkunstwerk ist angelegt an die Wagneroper Tannhäuser. Während der Führung wird auch Musik aus dieser Oper gespielt, sodass man sich richtig an diesen Ort versetzen und sich auf ihn einlassen kann.

Panoramablick über den Garten

Man kommt auf der gegenüberliegenden Seite aus der Grotte und steuert gleich auf einen großen grünen Pavillion zu, welcher auf einem Hügel steht. Den Ausblick den man dort oben genießen kann, vergisst man nicht so schnell.

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Ein richtig schöner Blick über die gesamte Anlage! Sehr empfehlenswert ♥

Der Maurische Kiosk

Nach der Venusgrotte haben wir noch den Maurischen Kiosk besucht – auch hier hat es König Ludwig (oder doch besser seine Bauarbeiter?) es mit seinen Visionen geschafft, dass man sich in eine andere Welt versetzt wird (ich kann das wirklich gar nicht oft genug wiederholen…ich entschuldige mich an dieser Stelle dafür).

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Betreten kann man das ganze aber leider nicht, nur durch eine Glasscheibe betrachten…

Das Marokkanische Haus

Neben dem Maurischen Kiosk haben wir uns als krönenden Abschluss noch das Marokkanische Haus angeschaut, das wir fast übersehen haben, weil man einen kleinen Weg einen Hügel hinaufsteigen muss und sich das Haus selbst hinter den Baumkronen des angrenzenden Waldes verbrigt.

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Fazit

So jetzet ist der Artikel aber auch lang und voll genug geworden – so einen langen Artikel liest sich doch fast keiner durch!

Das Schloss Linderhof ist wirklich interessant, wenn auch sehr klein und dunkel – als Ausgleich dafür gibt es aber die wunderbaren Gartenanlagen, in denen man sich stundenlang aufhalten kann. Ein Abstecher lohnt sich also auf jeden Fall!

– Eure Weltenbummlerin ♥

Öffnungszeiten
 April-15. Oktober: täglich 9-18 Uhr
 16. Oktober-März: täglich 10-16 Uhr
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Marokkanisches Haus und Maurischer Kiosk
 Mitte April-15. Oktober: täglich 9-18 Uhr
 16. Oktober-Mitte April: geschlossen
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Hundinghütte und Einsiedelei des Gurnemanz
 April/Mai-15. Oktober: täglich 9-18 Uhr 
 16. Oktober-April/Mai: geschlossen
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Venusgrotte
 wegen Restaurierung bis auf Weiteres geschlossen
Im Winterhalbjahr sind alle Parkbauten außer dem Königshäuschen 
geschlossen. Hier gibt es aktuelle Infos zu den Öffnungszeiten.
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Eintrittspreise
Schloss mit Parkbauten   8,50€ regulär/7,50€ ermäßigt
Nur Parkbauten           5€ regulär/4€ ermäßigt

Kinder und Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr frei
Hier gibt es aktuelle Infos zu den Preisen!

0 Comments

  1. Andrea
    8. Dezember 2016

    Sehr schöne Eindrücke gibst du uns wieder. Macht Spaß, hier zu lesen

    Antworten
    1. weltenbummlereck
      8. Dezember 2016

      Vielen Dank!

      Antworten

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