Die Freitagsmoschee

Leider haben wir lange nicht so viel von Delhi gesehen, wie ich es mir gewünscht hätte, aber eines der Monumente, die auf unserem Programm standen, war die Freitagsmoschee, welche zu den größten Indiens zählt. Sie ist auch unter dem Namen Jama Masjid bekannt, die „Moschee, die auf die Welt blickt“. Und sie wird ihrem Namen gerecht – hoch oben scheint sie zu thronen, über dem Lärm und Gedränge der Gassen von Old-Delhi. Wie Brandungswellen schlägt das Leben der Stadt gegeb ihre Mauern und sie hält stand. Im Innenhof ist es, als würde man eine neue Welt betreten. Da wird früh morgens da waren, war es auch noch nicht so voll.

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Wir schritten zunächst durch verwitterte, ausgeschaltete Metalldetektoren, vorbei an unbemannten Security-Häuschen zu einem der Portale. Schuhe aus, schön rechts neben die Tür stellen (man erklärte uns, links würden sie immer geklaut werden) und schließlich bekam ich noch feierlich neue Kleidung überreicht. Aus einem Container. Es ist nämlich so, dass Frauen unbedingt ein langes, alles verhüllendes Kleid brauchen und Tempelschuhe quasi Pflicht sind. Als meine Freunde und Eltern Fotos von mir in meinem geblühmten Polyester Aufzug gesehen haben, glaubten sie felsenfest, man habe uns am Eingang verarscht, so würde doch niemand rumlaufen. Die Bilder sind zu peinlich um sie hier anzufügen…

Hier der Ausblick vom Portal in die Stadt:

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Der Innenhof ist gigantisch, mehr als 20.000 Gläubige können hier Platz finden. Es ist wie in einer großen Konzerthalle, nur kann man den Himmel sehen und die Spiritualität und den festen Glauben dieses Ortes spüren. Es ist einfach gewaltig.

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Einen Eingang in den Prachtbau sucht man übrigens vergebens. Es geht um die reine Schönheit der äußeren Architektur. Und aus jeder Perspektive wirkt sie anders, aber stets majestätisch.

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Jama Masjid ist übrigens das Paradies für Tauben – sie sind einfach überall. Das könnte auch daran liegen, dass es hier überall haufenweise Futter für die Tiere gibt, welches extra herangeschafft wird. Die Liebe zum Tier steht in Indien nun einmal ganz weit oben, auch an Orten jenseits des hinduistischen Glaubens.

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Es gibt auch genügend Menschen, welche sich darum kümmern, dass die heilige Stätte von den Tieren nicht zu sehr verunreinigt wird:

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Seit Mitte des 17. Jahrhunderts thront die größte Moschee Indiens 9 Meter über der Stadt und ist wohl zu einem ihrer Wahrzeichen geworden. 5000 Handwerker waren notwendig, dieses Bauwerk aus dem Boden zu stampfen. Alles wirkt edel. Selbst die Gebetsteppiche sind aus Marmor. Der Besuch hat sich wirklich gelohnt.

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Vorsicht!

Auf dem Platz, aber insbesondere im überdachten Arkadengang der Moschee, finden sich sehr freundliche Inder, die dem fotografisch versierten Touristen zeigen wollen, wo die schönsten Ecken zum Fotografieren sind. Aus dieser oder jener Perspektive kann man schließlich das allerbeste Bild schießen. Gerne fotografiert er auch Paare vor dem Panorama der Architektur – aber am Ende will er natürlich auch Geld für seine Hilfsbereitschaft sehen, denn umsonst ist nur der Tod. Wir haben nicht mitbekommen, wie penetrant sie reagiueren, wenn man nicht zahlt, aber man muss es ja nicht drau ankommen lassen. Ein bisschen Ignoranz tut hier ganz gut – einfach weitergehen, wenn man angesprochen wird.

– Eure Weltenbummlerin ♥

Von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang kann man die Moschee eigentlich 
ohne Probleme betreten. Natürlich gibt es aber auch Zeiten zu denen 
gebetet wird und das sollte man respektieren. Schließlich ist Jama Masjid
auch ein Ort des Glaubens. Freitags ist die Moschee für Touristen
gesperrt, dann kommen Gläubige von überall her, um zusammen zu beten und
sich die Lehren heiliger Männer anzuhören.

0 Comments

  1. ilona
    24. Mai 2017

    schöne Bilder! Das mit den Tauben gefällt mir sehr gut!

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    1. weltenbummlereck
      24. Mai 2017

      Ja, das mit den Tauben ist schon etwas gewöhnungsbedürftig, aber auf jeden Fall einzigartig. Delhi scheint wirklich ein Paradies für diese Vögel zu sein 😀

      Antworten

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