Bootsfahrt auf dem Pichola-See

Glühende Hitze, der Schweiß rinnt von der Stirn, der Asphalt flimmert. Schutzsuchend schaut man sich nach einem schattigen Fleckchen um, während man den Sonnenbrand, welcher sich auf der Haut langsam bildet, schon zu spüren glaubt. Dann heißt es einreihen, das Boot ist da, weil es das Gesetz verlangt eine der seit Jahren nicht gereinigten, orangenen Schwimmwesten aus einem der umstehenden Container fischen und sich auf ein Boot mit all den anderen Touris quetschen, die an diesem wunderbaren indischen Mittag eine Bootstour über den Pichola-See machen wollen.

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Eigentlich sind wir nach der Besichtigung des Stadtpalastes und unseres kleinen Shopping-Ausflugs durch die umliegenden Gassen ganz froh mal etwas „frischen Wind“ zu spüren und Udaipur aus einer neuen Perspektive kennenzulernen. Aber bei über 40 Grad in verschwitzen Polyester-Schwimmwesten über einen verschmutzten See zu fahren ist auch nicht optimal. Trotzdem – man muss es positiv sehen und die Aussicht genießen. Auch wenn das Boot so langsam fährt, dass ein Fahrtwind kaum spürbar ist.

Zunächst erblicken wir den spektakulären weißen Seepalast, welcher wie eine versunkene Architektur den Fluten zu entsteigen scheint:

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Der Seepalast (Jag Niwas Palace) von Udaipur

Bekannt ist dieses weiße Juwel der Baukunst aus „James Bond 007:Octopussy“ (Nicht, dass ich diesen Film jemals gesehen hätte, aber erwähnen kann man es ja mal). Ob mit oder ohne Film ist der Palast einfach schön. Schade, dass man ihn sich nicht von innen ansehen darf. Es befindet sich ein Hotel darin, welches nur von den Gästen des Hauses betreten werden darf, welche für eine Nacht gerne mehrere hundert Euro hinblättern. Das wäre mir eine Nacht wohl nicht wert.

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Der Stadtpalast von Udaipur

Neben dem Palast gibt es noch viele weitere Bauten zu entdecken, welche das Ufer des bis zu 8,50 Meter tiefen Sees säumen.

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Überall gibt es etwas zu entdecken, das so typisch Indien zu sein scheint. Alte, verwitterte Ruinen …

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… Inder, die baden …

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… oder ihre Wäsche waschen …

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… das alltägliche Leben am Ufer des Sees. Und es ist atemberaubend, auf seine Weise. Auch wenn das Wasser schmutzig ist und die Hitze einem zu Kopf steigt. Am liebsten würde man selbst in die Fluten tauchen – schaut man genauer hin, überlegt man es sich aber dann doch noch einmal.

Dennoch umgibt etwas Magisches, etwas zutiefst Orientalisches diesen Ort …

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… auf dem See haben wir einen Zwischenstopp am Jag Mandir Palace gemacht. Darüber aber mehr in einem anderen Artikel.

Die Bootsfahrt hat mir gefallen, vor allem aufgrund der panoramahaften Aussichten, welche man vom Wasser aus hat. Vielleicht habe ich in meiner Erinnerung auch einiges romatisiert, abstreiten will ich es nicht, aber trotz vieler negativer Randfaktoren ist mir doch vorrangig das Positive im Gedächtnis haften geblieben.

– Eure Weltenbummlerin ♥

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