Willkommen im Kuhkrankenhaus

Kühe – sie sind in Indien wirklich überall. Man denkt, dass kann nicht sein, das ist ein zu großes Klischee, als dass es wirklich wahr sein könnte. Aber es ist so. Friedlich schlafen sie auf dem Asphalt, fressen die Plastiktüten am Straßenrand und urinieren in die Gassen. Und sie sind natürlich heilig. (Es sei denn, sie essen Obst von deinem Stand, dann darfst du sie auch mal mit einem Stock schlagen, damit sie verschwinden).

Aber bei all dem Verkehrschaos in den unendlichen Straßen Indiens ist das Leben für eine Kuh auch kein Zuckerschlecken. Autos können nicht immer ausweichen und viele der Tiere werden verletzt oder sind krank durch den Müll, welchen sie gegessen haben. Dafür gibt es das Kuh-Krankenhaus am National Highway 65 im Bundesland Rajasthan – die erste Anlaufstelle, wohin man eine verletzte Kuh bringen sollte.

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Hier gibt es sogar Krankenwagen, welche die verletzten Tiere abholen und zur Quelle der medizinischen Versorgung bringen. 21 Krankenwagen gibt es, die einen Radius von 300 km abdecken.

In großen, offenen Hallen sind die Tiere hier nach ihren Verletzungen sortiert: Eine Reihe Kühe ohne Hörner, die daneben mit Kühen, die nur noch drei Beine haben, so behält man bei den Unmengen Tieren den Überblick.

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Bei einem Spaziergang über das Gelände, kann man sogar einen Platz in die Untersuchungräume werfen, wo Röntgenaufnahmen der Tiere von der Decke hängen. Hier scheint das Wohl der Kuh nun wirklich nicht zu kurz zu kommen:

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Gleich an die Untersuchungsräume gliedert sich sogar ein kleiner Kälbchen-Kindergarten an. Die kleinen Mini-Kühe sind einfach putzig, könnten meiner Meinung nach allerdings auch ohne Strick im Gehäge umher laufen.

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Neben Kühen werden auch andere Tiere hier beherbergt und versorgt: Affen, diverse Vogelarten, Antilopen, Hasen, Schildkröten, … das ist fast ein richtiger kleiner Zoo. Und alle bemühen sich, mit den Mitteln, die ihnen zur Verfügung stehen das Beste aus der Sache zu machen.

Am Ende haben wir noch etwas gesehen, was ich für ein Kuh-Hospiz halte. Die Tiere waren teilweise so schwach, dass die gar nicht mehr aufstehen konnten. Töten bzw. Einschläfern geht ja nicht, da sie heilig sind. Also versuchen die Mitarbeiter ihnen bestmöglich zur Seite zu stehen. Trotzdem tut man damit sicherlich nicht allen Tieren einen Gefallen…

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Um die 1.600 Kühe befinden sich im Cattle Hospital und werden von wenigen Mitarbeitern versorgt. Um die 450.000 Rupien kostet es jeden Tag, die Tiere zu versorgen, das sind umgerechnet 6200 Euro am Tag – insbesonders für indische Verhältnisse eine Menge Geld. Das geht nur auf, wenn jeder mitspendet und so haben auch wir etwas Geld für die Versorgung der Tiere dagelassen.

Werdet ganz schnell wieder gesund kleine Kühe!

– Eure Weltenbummlerin ♥

Es hat ewig gedauert die genaue Adresse des Krankenhauses herauszufinden.
Zum Glück kann ich euch jetzt endlich eine Karte anbieten :)
Hier gibt es übrigens auch einen interssanten Artikel über das Kuh-
Krankenhaus, aus welchem ich viele Infos ziehen konnte!

 

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  1. […] was unserem Glauben und unserer Anschauung noch entfertnter war: Nach dem Rattentempel und dem Kuhkrankenhaus folgte (hier kleinen Trommelwirbel einfügen) – das heilige Motorrad! […]

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