79 Stunden Prag – Unsere Tipps & Erfahrungen

Prag – die goldene Stadt – flog bei uns bisher immer unter dem Radar durch. Unser Trip nach Prag hat sich recht spontan ergeben und nahezu jeder dem wir davon erzählt haben scheint schon einmal dort gewesen zu sein. Uns hat definitiv das Gefühl beschlichen, dass wir etwas verpasst haben. Damit ihr nicht mit dem gleichen Gefühl leben müsst kommen sie nun hier – unsere Tipps für 79 Stunden in Prag ♥

„Prag lässt nicht los, dieses Mütterchen hat Krallen.“ (Franz Kafka)

Wie du hin kommst

Wie bereits erwähnt war unser Trip nach Prag recht spontan. Wir wollten eigentlich Fliegen oder mit der Bahn fahren, allerdings haben uns die Preise ziemlich abgeschreckt – 250 Euro pro Person kamen da sehr schnell zusammen (ganz abgesehen von den teilweise immens langen Flugzeiten durch mehrstündige Wartezeiten an Zwischenflughäfen oder diversen Bahnhöfen). Mit ein bisschen Bauchgrummeln haben wir uns dann überwunden und Tickets für einen Fernbus gekauft für ca. 80 Euro pro Person für hin und zurück. Hätten wir uns früher für die Reise entschieden hätten wir sicherlich noch einmal eine ganze Menge sparen können (egal ob wir uns für das Flugzeug, den Zug oder den Fernbus entschieden hätten).

Um 03:00 Uhr nachts (es war bitterkalt) ging es los, als der Fernbus vom ZOB Hannover auf die nächtlichen Straßen rollte. Trotz all der Aufregung sind wir schnell eingeschlafen und glücklich und euphorisch um 10:40 Uhr in Prag (Busbahnhof ÚAN Florenc) angekommen. Wir können euch die Anreise mit dem Fernbus wirklich nur ans Herz legen – es war verhältnismäßig günstig, bequem und schnell, was will man mehr? Für die Rückfahrt sind wir um 18:40 Uhr (leicht verspätet) in Prag losgefahren und um etwa 02:20 Uhr wieder in Hannover angekommen. Wir haben also unsere Zeit in der goldenen Stadt bestmöglich ausgenutzt.

Kleine Startschwierigkeiten – Wie du an Geld kommst

Das man in Prag nicht mit Euro zahlen kann war uns klar (die Währung nennt sich hier tschechische Krone). Es ist ja schließlich auch nicht das erste Mal, das wir im Ausland an eine andere Währung kommen müssen. Dennoch hatten wir uns das ein bisschen anders vorgestellt.

Unsere Situation war in etwa so: Direkt am Busbahnhof gibt es genügend Geldautomaten, also erst einmal Kreditkarte zücken und an das Objekt der Begierde kommen. Kein Problem. Mit dem Koffer durch ein Gewirr von Tunneln laufen und einen Fahrkartenautomaten finden, feststellen, dass dieser nur Münzgeld nimmt, frustriert wieder zurück zum Busbahnhof zur Touristeninfo laufen und dort Tickets kaufen. Abgewiesen werden, da wir zu große Scheine hätten, das könne man hier nicht tauschen (unser kleinster Schein entsprach etwa einem Gegenwert von 40 Euro). Zur Wechselstube geschickt werden. Langes anstehen in einer Schlange bis zwei Leute vor uns der Mann am Schalter einfach das Rollo runterzieht und beschließt Pause zu machen. Zur Ticketstation pilgern und Geld tauschen. Geht nicht, zu große Scheine. In einen Supermarkt geschickt werden, Getränke aussuchen, bezahlen. Skeptischer Blick vom Verkäufer mit mehrmaligem Nachfragen, ob wir wirklich keinen kleineren Schein haben. Wir verneinen. Seufzend bekommen wir unser Wechselgeld. Rund 45 Minuten später als geplant den Koffer wieder runter zur U-Bahn tragen und endlich Münzen in den Automaten einwerfen um zwei Tickets im Gegenwert von etwa 1,80 Euro zu kaufen.Leicht gestresst den Urlaub beginnen.

Naja, aber wenn nichts schief geht, dann erinnert man sich ja auch gar nicht richtig an die Reise, oder? Mir fällt auch nicht wirklich ein, was man nächstes Mal besser machen könnte. Ich habe mich im Nachhinein nur etwas geärgert, da in der Innenstatd die Preise eigentlich so hoch sind, dass es mir schwer fällt nachzuvollziehen, warum an so touristischen Orten wie einem Fernbusbahnhof es so ein großes Problem ist einen Geldschein kleiner zu wechseln.

Grundsätzlich gibt es aber überall genügend Geldautomaten und Wechselstuben, sodass du kein Problem haben solltest an tschechische Kronen zu kommen.

Wo du schlafen kannst

Wir können dir an dieser Stelle nur das Hotel vorstellen, in welchem wir unseren Aufenthalt verbracht haben (aber wir erweitern diese Liste gerne, wenn du noch weitere Tipps hast, oder wir noch einmal nach Prag fahren). Wir haben drei Nächte im Hotel Kinsky Garden verbracht und dafür mit Frühstück ca. 70 Euro pro Person bezahlt – ein wirklich super Preis! Das Hotel ist recht zentral gelegen, in Herz der Altstadt braucht man ca. 15 bis 20 Minuten zu Fuß, immer schön an der Moldau entlang. Das Frühstück war wirklich üppig, es gab alles von Rührei mit Speck über frische Säfte bis hin zu Jogurt und Müsli (und so begeistert sage ich das als Mensch, der frühstücken eigentlich hasst). Das Zimmer war sauber und es gab sogar für abends deutsches Fernsehprogramm. Das Hotel hat einen nostalgischen Flair, hier kannst du dir noch ein paar Bilder anschauen.

Was du so machen kannst

Als wir uns vor der Reise informiert haben, was man alles so in Prag machen kann ist mir fast der Kopf geplatzt, denn hier gibt es eigentlich an jeder Ecke etwas zu entdecken. Eigentlich bin ich nicht gerne spontan, wirklich nicht, und plane alles gerne von vorne bis hinten durch. Da mir dafür diesmal einfach die Zeit gefehlt hat bin ich gezwungen gewesen mehr oder weniger spontan zu sein und wirklich schlecht war das nicht. Folgende Dinge haben wir gemacht (Beiträge folgen):

  • Ein Besuch im Prager Zoo: Wirklich super schön (bei jedem Wetter) – der Prager Zoo ist nicht umsonst der viertschönste Zoo der Welt. Das Gelände ist weitläufig, sodass man hier ausgedehnt spazieren gehen kann. Plan auf jeden Fall mehrere Stunden für deinen Besuch ein (Wir haben ca. 6 Stunden gebraucht, allerdings haben wir uns aber auch wirklich ALLES angeschaut).
  • Die Prager Burg ist ein absolutes MUSS für jeden wenn man in der goldenen Stadt verweilt. Auf dem Gelände finden sich die unterschiedlichsten Sehenwürdigkeiten, z.B. der Veitsdom, das Goldene Gässchen und der Wachwechsel immer pünktlich um 12 Uhr.
  • Was darf nicht auf dieser Liste fehlen? Natürlich die Karlsbrücke (aber seien wir mal ehrlich, wenn du in Prag zu Besuch bist wirst du dieses architektonische Wunderwerk sowieso immer wieder überqueren)
  • Das jüdische Viertel Prags kennenlernen- hier bekommt man auf jeden Fall einen Eindruck von der bewegten Geschichte der Stadt (Und ich habe das erste Mal in meinem Leben eine Synagoge besucht!)
  • Auf Türme steigen, z.B. auf den Pulverturm oder den Rathausturm – von hier kannst du die ganze Stadt überblicken (Aber es reicht definitiv einen Turm zu erklimmen)
  • Ziellos durch die Straßen schlendern. Mit dieser Taktik liegst du in den verwinkelten Gassen von Prag eigentlich immer goldrichtig, denn damit entdeckst du am meisten und ganz bestimmt die schönsten Ecken der Stadt.
  • Geheimtipp: Das Special Effects Museum, hier wird gezeigt wie man früher Filme gemacht hat, mit allen bekannten und unbekannten Tipps & Tricks.
  • Eigentlich kennen wir den Spielzeugladen Hamleys nur aus London, daher hat es uns auf jeden Fall überrascht, dass es in Prag auch einen Hamleys gibt. Ich liebe Spielzeugläden – Spielzeug ist aber nicht alles, was man hier zu sehen bekommt: Im Keller warten eine Legoausstellung, ein Spiegellabyrinth und eine Schmetterlingsfarm! Lass dir das nicht entgehen!
  • Ein nächtlicher Spaziergang durch das beleuchtete Prag ist auf jeden Fall ein Highlight, dass du dir nicht entgehen lassen solltest.

Du kannst definitiv noch vielmehr unternehmen, das ist nur eine kleine Auswahl. Ein kleines Abentuer kannt du hinter jeder Ecke und in jedem Innenhof der Prager Innenstadt erleben, wenn du dich darauf einlässt ♥

ACHTUNG: Wer wie wir zu Beginn denkt, dass Prag ja eine schön günstige Stadt ist, hat sich in Bezug auf Museen und Sehenswürdigkeiten geschnitten – wir haben zähneknirschend ca. 85 Euro pro Person für Eintritte ausgegeben.

Wo du dein Magengrummeln stillen kannst

Wir sind in dieser Hinsicht meistens sehr deutsch – wenn wir ein Restaurant gefunden haben in dem es uns gefällt gehen wir immer dort essen, jeden Tag im Urlaub. In Prag haben wir uns vorgenommen diese Marotte loszuwerden und ganz viel auszuprobieren. Leider ist Prag eine sehr fleischlastige Stadt und ich war zur Fastenzeit dort (ich habe dieses Jahr 42 Tage auf Fleisch verzichtet). Es kam uns wirklich zu Gute, dass es an jeder Ecke der Stadt einen Italiener gibt (zusammen mit der Architektur fühlt man sich tatsächlich ein wenig wie in Italien) mit schöner Pizza Mageritha. Wir haben am ersten Abend in einem wundervollen Laden gegessen und müssen zu unserer Schande gestehen, dass wir auch an den anderen Tagen nichts neues ausprobiert haben…

Welcher Laden es uns so angetan hat? Das Lascala direkt neben der Teynkirche – unser Restauranttipp für dich.


Für 2 Personen haben wir für Essen und Getränke zwischen 25 Euro und 30 Euro ausgegeben, insbesondere für die Lage und die Atmosphäre fanden wir das vollkommen in Ordnung.

Unser TIPP für dich: Früher oder später braucht jeder Mensch etwas zu trinken oder einen kleinen Snack – bei den vielen kleinen Mini-Supermärkten in der Innenstadt zahlst du dafür allerdings ordentlich drauf. Such lieber in den Seitengassen nach den Supermärkten wo auch die einheimischen Prager kaufen, hier kannst du ordentlich sparen und lernst gleich noch einheimische Produkte kennen.

Wie du dich fortbewegen kannst

Ich glaube ich übertreibe nicht, wenn ich sage, dass du 90% der Strecken in Prag zu Fuß zurücklegen kannst. Für die restlichen 10% gibt es Bus und Tram. Genau aus dem Grund, dass man fast alles zu Fuß erreichen kann, halte ich auch nicht viel von Wochenkarten für die öffentlichen Verkehrsmittel. Für eine 30 minütige Fahrt zahlst du etwas unter 1 Euro, du müsstest schon ganz schön viel fahren, damit sich das rechnet. Wir haben während unserer 79 Stunden in Prag rund 80 Kilometer zu Fuß zurückgelegt. Für weitere Strecken wie zum Fernbusbahnhof oder zum Zoo haben wir die Bahn genommen und 7 Euro für uns beide für alle Strecken ausgegeben.

Zu guter Letzt

Prag ist auf jeden Fall einen Besuch wert und eignet sich super für einen Kurztrip. Das ist allerdings auch vielen Menschen bekannt, sodass man überall auf Touristen trifft und auch touristisch abgezockt wird. Dafür, dass uns immer alle gesagt haben wie günstig die Stadt sei, haben wir gerade in Bezuf auf Eintrittsgelder für Museen andere Erfahrungen gemacht. Unterkunft, Transport, Essen – alles super und preiswert, aber alles extra geht ganz schön ins Geld. Plan das für deinen Besuch also auf jeden Fall ein.

So, jetzt haben wir dich aber auch ersteinmal mit Informationen ohne Ende zugeschüttet. Wenn du noch Fragen hast, nichts wie her damit. Du hast noch mehr tolle Prag-Tipps, die hier fehlen? Dann nichts wie ab in die Kommentare damit!

 

2 Comments

  1. Tamara
    7. Mai 2018

    Hey! Tolle Zusammenfassung über die Stadt! War bis jetzt zwei Mal in Prag und es stimmt wirklich: Die Preise haben in den letzten Jahren ziemlich angezogen. Abseits der großen Straßen findet man aber noch preisgünstige Restaurants und Cafés.

    LG,
    Tamara

    Antworten
    1. weltenbummlereck
      1. Juni 2018

      Liebe Tamara,
      stimmt, abseits der großen Straßen ist es gleich viel günstiger (und angenehmer, denn da schwimmt man auch nicht gleich in einer Menschentraube) 🙂

      Liebe Grüße
      Franziska vom Weltenbummlereck

      Antworten

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